Donnerstag, Juli 09, 2015

741




Tageslöffel, wie zugeführt

Wir die wir waren wie Könige waren in Wahrheit wie die Hunde. Die Herde verfolgend verabschiedete sich unsere Freiheit mit letztem Seufzer und leisem Plopp, Kronenkorken, Zepter inklusive. Der einsame Koffer am Bahnhof, stramm und stumm, das Hemd aus dem Leib gezipfelt. Ja, Nein, vielmehr vielleicht. Es würden andere kommen. Zeiten, Menschen, Zäune, Illusionen. Kompressionen. Vielleicht. Aber ein paar Schwergewichtler würden auch wieder dabei sein, als Bodensatz für uns Rastlose und Haltlose, keine Nieten mehr erlaubt. Wir stehen alle wieder in Reihe, Sonderangebot, bitteschön, hinter uns die Geldautomaten, die Schwachsinnigen mit den Maschinenpistolen. Vor uns glänzt das Nichts. Oder Nachts, nachts geht gar nicht. Nachts geht man nicht mehr gern vor die Tür, im Alter.  Draußen fließt die große Stadt, drinnen wogt das Meer in der Brust, immer noch, immer mehr, der Malstrom an Flüchtigen und Entherzten, er reisst nicht ab, da draußen, die Bahnhöfe aber tönen leer, die Uhren aus den Mauerhöhlen gefallen, die Schalter verwaist, das Licht verschaltert. Gottschalk! Es reicht!

Montag, Juni 15, 2015

740



Von Blitzköpfen und Schreielsen

Kunzentration auf das Wesentliche: Fussball war gestern. Heute ist Brimbidibisi. Was das alles bedeuten soll, ein Rätsel. Entschwunden, verfleucht. Nur die ganz Harten unter den Rätseligen werden nun die Fußböden herausreissen, um nach den versunkenen Besitzurkunden zu suchen. Aber die Tinte war schneller, wieder mal. Was wir wissen: zuviel Gerbsäure macht erst den wahren Menschen. An der Aussenalster wie auf dem Inneren Zirkel des Sylt. Saftig glänzt in jeder Falte das Perlenrund, trocknet eine Träne. Resterampe. Und obwohl, weil nie gewollt, aber das Klima hier, und früher, vor allem viel früher, machen wir uns nichts vor. Breite Wagenwalzen, unter den Hüten glänzt das Teflon, von den Zungenbeinen tropft das Öl. Die Wahrheit ist bitter, aber bitte woanders. Hier herrscht das Kiloweise. Und zwar satt.

Sonntag, Juni 14, 2015

739





Straße muss sein

Eine Menge ist eine Masse. Eine Menge ist viel, meistens zuviel. Eine Menge an einer Tafel, Wurfgeschoss, Tortenschlacht. Oberschicht, Baiserbuhlen. Nebenan haben sich die Swimmenden Pools wieder beruhigt, man schweigt, oder ist einfach nicht da. So eine Residenz braucht keine Residents. Wir sind jetzt mal alle global, wennschon, irgendwie. Also anders, also verschworen, oder verschwürt, oder Bleibtreu, auf Gederb und Verleih. Ich halte mir inszwischen kurz die Szähne ansz Geweih, das geht, man muss nur wollen. Wo wir wieder beim Pullover sind, aber nur kurz. Draussen dreht der Wind, dauernd an und um sich selbst, elender Hedonist. Der Schnickschnack liegt gleich in Fetzen, nur die Stange hängt, alles schief, auch die Dächer. Noch ein Stein: Schieferdecker. Macht doch endlich die Leiter gerade. Die Sonne kommt dann schon. Ihr Frösche.

Freitag, Juni 12, 2015

738




my thoughts were with you, but my head was at home

Vormittags, aus dem Holzkistenkasten direkt in die Box, nein Büx, die sich Hose nennt. Zuwenig Platz für uns zwei. Erste Konsequenz: raus aus die Büx. Zweite Konsequenz: ruckzuck zurück ins Trauma, aber da ist schon alles leer. Dafür dröhnt die Straße vom Hurenphon, es ruppt sich der Rap durchs leere Gedschungel, Feinripp und Wollkopp inklusive. Ab in die Tiefe. Das Mellow-Submarine tankt sich seitwärts, Reifen riefen sich in den Asfalt, heilige Einfalt, wir lassen nichts drauf kommen. Oder doch: noch zwei Pepsi dazu, kaloriefrei, versteht sich. Frei, da sind wir groß. Und die Stadt ruft weiter nach den Affenmenschen, und die hangeln sich voran, in ihren bunten Blechschürzen trommeln sie sich durchs Dach, in die Häuser, in die Hirne, schaler Geschmack, die Zunge brennt. Lass mich nachdenken. Da war noch was. Da war noch was anderes. Später. Jetzt ist Groove. Schieb Deinen Hintern hier rüber, Du Arsch. Spitz, die Ohren. Nicht vergessen: Spock war kein schlechter. Nur zuviel Plan.

737




plimplamplom

bitte schrei
bitte schreib
bitte schreib nicht
bitte schreib nicht so laut
bitte schreib nicht so lauthals
hans

(hirnholz, ja, hirnholz)


Donnerstag, Mai 28, 2015

736



Rechts und Hordnung, Teil 4

Und gib uns das immerfortwährende Reich der Reichen, bis uns der Pfeffer aus dem Sack platzt, bis sich die Geier ihren Teil von der Zeil holen, das Zehnt, wie erwähnt. Was haben wir sonst noch? Ellbogendiktatur. Fraktionsduktur. AltMännerKultur. Siegismund ist ja leider auf den selbigen gefallen. So ein Pech aber auch. Hat der Volkskörper sich nicht schnell genug gedreht, jetzt wird eben verbal weitergeschossen. Diese Hausländer. Überall Kamine. Dabei hat die Industrie da schon schön was anderes anzubieten. Prima Blech! Gut. Gut. Wir katalysieren das. Die Behäbigkeit, die förmchenschöne Förmlichkeit, und das Quentchen Resthass, das sie einem lassen, die hässlichen Besatzer. Dabei gab es doch auch schöne Zeiten, damals, als wir noch welche waren, weltweit, kurzzeitig jedenfalls. Sind wir eben Umsatzer geworden, das habt ihr jetzt davon. Als die Beamten von Mord und Totschlag haben wir ja schon das Blut in die Fahne geholt, auch wenn die nicht mehr Flagge sein darf oder soll, wegen dem Haben, wie gehabt. Bleibt einem schließlich nichts ausser Geld, auf dieser Welt. Weiber? Ach, Weiber. Und früher? Ach früher! Ja, früher. DIE konnten malen!





Herrscher 1:        Du solltest nicht hier sein

Herrscher 2:         Ich bin auch nur ein Mensch

Herrscher 1:        Eben

Montag, Mai 25, 2015

735



I hate you. I eat you. I miss you.

Und gib uns das immerfortwährende Reich der Reichen, bis uns der Pfeffer aus dem Sack platzt, und die Geier sich ihren Teil von der Zeil holen, das Zehnt, wie erwähnt. Was haben wir sonst noch? Diktatur. Fraktionsduktur. AltMännerKultur. Siegismund ist ja leider, leider auf den selbigen gefallen. So ein Pech aber auch. Hat der Volkskörper sich nicht schnell genug gedreht, jetzt wird eben verbal weitergeschossen. Diese Hausländer. Überall Kamine. Dabei hat die Industrie da schon schön was anderes anzubieten. Prima Blech! Gut. Gut. Wir katalysieren weiter. Die Behäbigkeit, die förmchenschöne Förmlichkeit, und das Quentchen Resthass, das sie einem lassen, die hässlichen Besatzer. Dabei gab es doch auch schöne Besatzer, uns nämlich, als wir noch Besitzer waren, kurzzeitig jedenfalls. Sind wir eben Umsatzer geworden, das habt ihr jetzt davon. Als die Beamten von Mord und Totschlag haben wir ja schon das Blut in und auf der Fahne, auch wenn die nicht mehr Flagge sein darf oder soll, wegen dem Haben, wie gehabt. Bleibt einem schließlich nichts ausser Geld, auf dieser Welt. Weiber? Ach, Weiber. Und früher? Ach früher! Ja, früher. DIE konnten malen!


Betragen & Betrügen 2009

Blog-Archiv

poeblo uebernimmt keine Verantwortung oder Haftung fuer die Inhalte externer Websites

Mail: poeblo@web.de