Sonntag, Februar 15, 2015

713



Mäander, Leander und mehr
 
Kommt doch alle! Oder geht wieder. Was ist das hier nur für ein Gemenge. Ein Handgemenge. Ein Fussgemenge. Ein Köpfeln, durchs ganze Gebälk, überall reiben die Leute ihre Teile aneinander. Bloß um festzustellen, ob es nicht doch passt, was noch nie richtig beisammen war. Die Ohren sind aber auf Null. Die Münder auf der zwölf, die Augen hoch. Große Dinge stehen an. Jeder will seinen Anteil. Ein Stück Auto bitte. Und den goldenen Weisheitszahn. Und ich will endlich meine Krone! Aber das Gold ist alle, und die Diamanten längst in Afrika vergraben, jenseits von Gut und Böse. Bleiben nur das alte Holz und das Besteck. Ohne Messer und Gabeln, wegen der Verletzungsgefahr. Aber sonst ist alles da! Auch die Ausrufezeichen!! Wo wir nur immer die Zuversicht hernehmen. Oder die Absichtsverklärung. Oder die ganze Kiste mit den Programmen. Die Fernbedienung ist doch längst verbleicht, nein, verblichen. War eine der ersten. Hat jemand noch eine Batterie? Na, was man hat, das hält man. Also falten wir die Hände und den Rest, und starren gläubig nach oben oder unten. Das wird schon. Auch die Heiligen sind damals gefahren. Und die Unheiligen sowieso. Also leihen Sie mir Ihr Ohr. Nicht das. Das linke. Den Rest können Sie behalten.

Freitag, Februar 13, 2015

712




Die Lügen der Tautologen


In einem vorbeifahrenden Zug sitzen ist wie in einem vorbeifahrendem Zug zu sitzen. Wie in einem Waggon voller anderer, die nichts mehr wollen können als mit ihrer Zeitung zu reden. Oder sich die Elektronik in den Kopf zu spießen. Spießer. Spießgesellen. Mit langen Stangen und kurzen Dolchblicken. Um die Ecken und Kanten kommt man kaum mit den Dingern. Den Waggons und den Spießern und ihren Spießen. Deswegen sind die Städte auch immer mehr lang als rund. Also die normalen Städte. Und die Wälder, die sind oval, und vollgestellt. Und die Autobahnen, die sind nochmal anders. Manchmal verschleift. Meistens begradigt. Und die Kälte, die bleibt uns erhalten. Dankeschön. Dreckswetter, dreckiges.

Aber woanders ist auch nicht schön oder nur schön. Wo bleibt da der Kontrast? Da kommt er schon. Ich höre es doch raspeln, und das ist kein Süßholz, das ist Blicklicht, oder auch Blinklicht, oder Blickdicht, der Zaun vom Nachbarhaus. Man hört nur noch was da abgeht. Machen wir uns nichts vor: ich bin anders. Zumindest habe ich anders gewohnt, früher. Nur Lakritz mochte ich damals auch nicht. Kälte war egal, hat man sich eben über die Hände gepinkelt, im Schatten der großen Kirchenmauern. Ja, der Herr Gott, der sieht alles, und riecht alles. Alle Einzelteile. Und abends macht er einen großen Film draus, und lädt ein zur Kinovorstellung. Nachtprogramm gibt es auch. Sieht man aber nichts, ist ja dunkel.

Herr Ober! Ist das die ganze Wahrheit? Oder wieder nur ein Stück davon? Soll ich jetzt länger kauen, oder was? Bringen Sie mir den Geschäftsführer.Am besten gekocht, mit dem Hintern voller Petersilie. Den stellen wir dann vors Haus, als Abschreckung. Für die anderen Krämerseelen. Die halbe Wahrheit, was soll denn das. Bei den diversen Lügen hat er sich doch auch nicht so gehabt, der Spitzen-Administrant. Mit seinem Vogelblick und dem Volierengehabe.

Donnerstag, Februar 12, 2015

711






Verliebt, verlaubt, vergrault

Habe gerade mit der Heimat telefoniert. Habe gemerkt, dass sie nie war wie mir ist. Habe alle Postkarten und Einkaufstüten verbrannt. Hebe mich auf ein neues Level. Hiebe, Hupe, und trallala. Habe immer noch ein Verfolgserlebnis. Die Kasse ist leer, dass es stinkt. Trenne mich von der Vorstellung. Habe eine Vision. Ersetze diese durch eine Mission. Es wird nicht besser. Habe jetzt schlechte Laune. Werfe die Laune weg und hole mir eine Leine. Werfe auch diese weg und nehme eine Abkürzung. Es hilft. Habe jetzt weniger am Hut, dafür mehr auf der Rolle. Es läuft leider zu schnell für den Berg, die Rolle rollt weg. Habe wieder Mitleid. Sieht schrecklich aus. Hülle mich in eine Leinwand. Werde als schlechte Kunst beschimpft. Werfe mich in einen Zug. Jemand macht das Fenster zu. Eine Tür geht auf. Es ist ein Kühlschrank. Bin ich auch. Habe ein Einsehen. Wechsele die Brille. Plündere die Kasse. Atemberaubend. Werde mich ändern. Ändere doch lieber das Konzept. Reformator oder Deformator. Transkribiere. Transpiriere. Transferiere den Rest. Der Abspann kommt. Fühle mich wie ein Pferd. Mir ist alles Wurst. Meldet euch mal. Euer Zipfel.

710




Tabula rissa, oder: wie man siezt

Nochmal: der Tag hat nur 23 Stunden. Früher waren es mehr, aber die große Tagundzahlkommission hat getagt und genächtigt und dabei alles vergessen. Alles halb so wild, denkt man dann. Bis man eine Stunde im Regen steht und auf den Bus wartet. Der sowieso nicht kommt, aber das ist auch nicht weiter wichtig. Aber das Ritual wurde unterbrochen, und das ist jetzt sehr wichtig. Wo wären wir denn ohne Ritual? Am Hinteren Ende der Schlange vermutlich, und da wird nicht gezüngelt. Machen wir also Dampf für das Ritual. Eigentlich ist Rauch besser, aber die Umwelt, Sie verstehen. Indianisch wird sowieso kaum noch gesprochen. Obwohl der Indianer eigentlich das Ritual erfunden hat. Ist aber lange her, zu lange, da war schon dreimal Schlussverkauf. Der Kriegspfad wird gerade aufgeräumt. Alle bereiten sich auf das Große Fest der Alten Wachtel vor, manche Kinder üben schon und springen schreiend von den Klippen. Das schäumt. Und es rötet den Stein, ganz nett in der Abendsonne. Und es freut die Alte Wachtel natürlich. So wie es alle alten Wachteln, Wichteln und Wuchteln freut, wenn sich Ihre dummen Kinder für Sie umbringen. Also waschen wir die Fahnen und polieren den Sarg. Einmal wird das große Verstehen schon aufwachen. Bis dahin aber - hopp!

Mittwoch, Februar 11, 2015

709



Heimatschmutz, aber richtig

Hätte ich das früher gewusst, hätte ich Kuchen gemacht. Oder Knochen an die Wand geworfen. So eine Freude. Glatt hochspringen möchte man, wenn man könnte. Aber wie wieder runterkommen. Nein, Ruhe ist die erste Bürgerpflicht. Jeder hat jetzt eine Liege. Die Zukunft liegt schon in den Genen, das weiss man. Und wer es zu genau nimmt, verpfeilt das Ziel. Das sieht dann wieder aus. Alles voller Federn. Voila, ihr Hühnerhof. Dabei sind wir doch Adler, gewesene. Oder mindestens Sperber, geistige. Gestern war wieder einer, soweit oben. Nur noch ein Punkt am Himmel. Wie ein Ausrufezeichen, ohne Strich. Dagegen kann man nichts machen, hat der Vater immer gesagt. und der musste es wissen. Das Reinigen der Köpfe hatte gerade begonnen. Alle haben plötzlich klar gedacht, klar Schiff gemacht. Waren eh kaum noch welche da. Die Scheibenwischer hatten Konjunktur. Und die Fahnenträger haben eben Bohnenstangen getragen. Oder Wäscheleinen, ganz nach Geschmack. Obwohl die nicht so gut sind, im Geschmack. Hat man gesagt. Unter der Hand. Hinter dem Mond. In den Kratern lagen immer noch die anderen. Bunte und durcheinander. Das hat alle gerührt. Und geschüttelt. Aber sie haben sich neue Fahnen gemacht. Und Autobahnen. Und Überholmanöver. Und Anzüge. Anzüge waren wichtig, für die kleinen Menschen. Da sah man gleich was man hatte. Und vergass besser, was man war. Was mal war. Irgendwann muss auch mal Schluss sein. Sendeschluss.

708




Lachen bis die Hüpfburg kommt

Oder Pfeilfrosch. Oder Wiedehopf. Oder Guckkasten. Im Mai ist alles wie aus einem Guss, wie aus dem Schaufenster gefallen. Und es riecht nach Verboten. Die Vorboten des Sommers ziehen schreiend über das Land. Nachher will es aber keiner gewesen sein. Hinterher sind es alle weiser, leiser. Stumme Kaiser. Keine Frage. Wir gäben das letzte Hemd. Wir rissen uns die Riemen. Wir beteten bis aufs Blut. Und dann leckten wir uns die Haare vom Bauch. Wer hätte das gedacht. Wer wäre da daheim geblieben, da und da. Dada sagt Papa, und auch Mama, Dada ist was für Anfänger. Also bring uns die Badematte. Ein Dodo ist ein Vogel. Eine Kaulquappe hat kein Telefon. Ein Seeelefant kann sich nicht die vergessenen Früchte vom Baum holen. Das haben wir uns gedacht. Und sind gleich daheim geblieben. Kiste an, Füße hoch. Kopfstand. Mutti hat den Salat. Papi. Hat die Fernbedienung. Wir sind gar nicht so. Wir sind durch. Mit dem Thema, mit der Temperatur, mit dem rosa Fleisch. Die Haken hängen noch. Sind aber jetzt nur Dekoration. Sagen kann man viel. Hauptsache keiner hört. Wird man doch mal fragen dürfen. Die haben alle mehr als wir damals. Und damals war ganz schlimm. Alle im Schlamm. Geschüttelt, nicht gerührt. Fragen Sie nach Kaugummi. Gemeinheit. Bosheit. Fahrenheit. Auf dem Wagen ist noch Platz. Die Räder rollen wie nichts. Aber das will nichts heissen. Das will nur spielen. Den ganzen Tag.

Dienstag, Februar 10, 2015

707





Kabumm, die Zweite

Steilpass: heut ist der Ball aber rund. Das kommt vom vielen kungeln, und kugeln. Und vom afrikanischen Springbock, der sein Fell gab, bevor er sich von den Klippen stürzte. Das Leder ist rauh, und der Reporter liegt auf der Lauer. Ist aber nichts los im Stadium. Alle sind in der letzten Phase. Die Base rollt sich unter das Bett, der Hase legt sich dazu. Beide summen ihr stummes Lied. Bis der Vater hereinkommt und alle unter seinem Gewicht zu Schweigen bringt. Verdammter Käseknecht. Aber was tun?  Man könnte sich das Hirn zermartern, wenn da nicht schon ein Pfahl drin steckte. Hier läuft etwas falsch, denkt sich Winnetou. Sein Mokassin hängt an den Baum genagelt, seine Adlerfeder ist gerupft. Nur noch ein Kiel, und er hasst Kanufahren. Er nimmt das Paddel und schlägt es sich auf den Kopf. Nichts. Er schlägt auf den Kopf der Trommeleule. Nichts. Endlich hat er die Idee. Er legt sich wieder hin. Augenblicklich fällt eine große Last von seinen Schultern. Der große Bär muss jetzt wieder selber gehen. Brummend verabschiedet sich das brave Tier. Draussen fliegen die Schindeln vom Dach des Weissen Bruders, weil der die Nägel vergessen hat. Der Weisse Bruder wird langsam vergesslich. Schneller wäre auch ungesund, denkt sich der Weisse Bruder, während er sich langsam den Daumen in das Auge reibt. Ein Funke, und hier fliegt alles in die Luft, denkt er noch. Das Radio lächelt. Und denkt sich auch seinen Teil. Typisch Gebührenzahler.

(By the way: Vaterland ist ein Scheißhaufenwort.)

Betragen & Betrügen 2009

Blog-Archiv

poeblo uebernimmt keine Verantwortung oder Haftung fuer die Inhalte externer Websites

Mail: poeblo@web.de