Montag, Mai 04, 2015

729




My new cadillac has gone fishing

Delle im Helm, Sehschlitzverfahren, die neue Wurstigkeit. Blut und Leberschaden, akute Mordlust. Da lacht das Winterkorn auf seinem Acker, und der Saul wirft die Saat vom Karren wie nichts, das muss kesseln. Saubere Sache. Die sind sowieso besser, die Sachen. Die kann man haben. Und Pflegen. Und kriegt noch ein recht dazu. Das Gras mag wachsen, das Ding muss es nicht. Das Ding ist meins wie es ist. Ich bin mein eigenes Ding, und ich bleibe Dung. Der Dünger der besseren Zeit. Ding mag zwar rosten, ich aber pflege meinen Stil. Soll und Haben, Hackentrick, Fadenkreuz. Breitschwert macht die Runde. Wer rastet, fällt unter die Späne. Leistungsbereitschaft, den ganzen Tag. Und den ganzen nächsten Tag. Und so weiter, bis zum ganzen Rest. Die Feuer melden. Erhöhte Aktivität. Down under, ein grober Klotz kommt uns gerade rechts. Wir haben Benzin im Blut, und in der Besenkammer. Wer zuviel fragt, kriegt eine gewischt. Den Lappen fragt auch keiner. Nur der Rentier glotzt. Auf sein neues Klingelschild.

728




Mimosen, in Dosen

Unterwegs, Schliemannstraße, Seitenweg, Sackgasse. Barthaare im Wind, Hosenschlitz an der Seite, das Blut klopft, bis es schäumt. Wasserkunst. Wir schreiben unsere Namen in den heissen Asphalt. Wie das zischt. Hoch schlägt einem das Herz bis zum Hals. Das ist keine Kunst. Die Drahtscheren der Vernunft wissen es besser und weisen den weiteren Weg. Heilige Einfalt. Der Altar steht bereit. Flaschenfisch. Untertran, Oberwasser, wir schlendern und schleifen doch auch. Weiße Zähne blicken aus weichen Lippenpaaren, Zungenfreund, ja doch, paarweise, und da hinten ist noch ein Tisch frei. Unschuldslamm im Porzellanversteck, die Hund scharren mit gespaltenen Hufen. Was kommt, wird auch wieder gehen. Was bleibt, war es nicht wert. Verstand verloren? Nie welchen besessen. Angelesen. Krummgedacht. Ausgelassen. Dreck und Speck und keine Peilung. Das halbe Dutzend kriegt man voll. Immer.

Montag, April 20, 2015

727





es gibt gute gründe
es gibt schlechte gründe
es gibt vordere gründe
es gibt hintere gründe

es gibt vorsichten
es gibt nachsichten
es gibt absichten
es gibt fallschirme

es gibt atemnot
es gibt pfeile
es gibt indianer
es gibt strohmänner

es gibt brennende Dächer
es gibt berstende Dämme
es gibt uns schon mal
es gibt uns zu denken
schon mal

Mittwoch, April 15, 2015

726



le russe et le rousseau

und man solle
nackt sein am telefon
als hätte ich nicht schon
genügend fruchtbarkeiten im ohr
wahllos wehrlos furchtlos, nun gut:
ein redlicher mann weniger
damals als wir elf waren und noch
ohne ball hüpften wir dem normalen
leben aus dem schlund, gottlob wie nebenbei
stockflecken wie nichts, aus mitleid
zum zwang, aus liebe zur einsamkeit
der wilde mensch im inneren
ganz blumenbunt und die seelchen
nahmen einen atemzug später als amtlich
vorgesehen (der baum hat uns erlaubt)


Montag, April 13, 2015

725



Zum Glück gibts Glück

Wir haben das Gute Gold, und die Kalten Krieger, ganz cool, we rule, und alles wird exogenetisch, ein Brei aus Biederling und Wadenwickel. Der Koch verziert noch ein Extrahäubchen für die Sahneschnitte und die beinbreit abgestellte Hühnergrotte, Fuchs und Marder, Schnecke und Asbest. Das ist mir recht, denkt Herr Schlecht, und kratzt sich den Schrund vom Grind, ganz allein muss nicht sein, wir haben sonst keine Fliegenfalle, und die Spinne ist schon bekehrt und beleidigt den Faden rauf und das Dach wieder runter, in den Wald, aber bald, da liegen sie nun übereinander und reiben sich die Glieder wund und bunt. Wir sind aber nicht böse, nicht alle, nur die Unmenschen, wie der Schweizer sagt, also wir kommen nicht von ungefähr, das war hier noch immer so, vor allem schön, vieltausendschön. Der große Schein passte nirgends rein, aber der war auch für die Besseren, die Kesseren, die Hundskopfigen und die Rummelputen. Wir lassen uns das Flutlicht nicht verbieten, nicht von diesen Grauen Kähnen! Irgendwo aus der Höhle entfleucht der Eminenz ein Stoßgebet, aber die Ziegen sind nur noch Haut und Knochen, der Splitter im Auge des Patriarchen ist von Gewicht, ein Spottgedicht. Die Haut hängt, aber die Wand lässt sich nicht gehen, der Schiefer hat das Dach fest in der Schwebe. Haben wir noch was zu melden, Sackgesicht, oder müssen wir wieder unter die Masken, beten? Der Glockenschlag trifft jeden. Irgendwann.

Donnerstag, April 09, 2015

724



Schirmament oder: Stockflechten

Bei uns liegt ja so vieles auf dem Weg
und für Euch ist alles wieder leichter
Hammerfest, ja Hammerfest
Du schlägst Dich auf die andere Seite
das Andreaskreuz, ein Graben
warum bindet Ihr euch nicht mehr an den Mast
ohne Bauwagen nützt die schönste Aussicht nichts
Vorliebe: mich. Nachliebe: nächstens, oberster Zweig, dem Himmel so nah
und wenn ich wen schlage, dann kläffe ich auch
Hausnummer unbekannt, (vielleicht 17)
Winterfellkragen, umständehalber bleiben die Hände blau
der Kopf eine Randerscheinung, Schattenriss
Mir ist nicht so wie alle denken
späterdings blühen dann wieder die Opulenten
das Ornament der verzögerten Liebe
regardez? s'il vous plaît!


723




 (das leben schiebt sich leise auf seine eigene art und weise)

aber die vierte avenü und ein
mann wie parvenü, und für mutter
war alles in butter, der fischfetish auf dem
sägezahntisch, und das zahlengenie froh wie
noch nie, und der attitüdi und die kolibrisie,
die lagen auf dem runden magen
der großen blauen kuh

juhu.



Betragen & Betrügen 2009

Blog-Archiv

poeblo uebernimmt keine Verantwortung oder Haftung fuer die Inhalte externer Websites

Mail: poeblo@web.de