Freitag, Oktober 24, 2014

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Hart wie Stroh wie Bohnenfall wie Adamsbirne wie Buntglashaufen wie Sternenstaub so hart wie Vogelbrett wie Damenrinde wie gefellter Baum wie Unterzeug wie Schieferkanne so hart wie Wiesenkamm wie Taubenfuss wie Echnaton wie Ismail wie nichts. So schön wie Du. So schnee wie ich. So schab wie die anderen. So schnab wie die gestrigen. So schnöd wie die Straße. So stieb wie das Meer. So stern wie das Tier in Deinen Augen und das Rund in meinem Herzen und so schad wie das Weh und das Ach und so schaum wie das immer wieder neu. So schön.

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In meinem Wahn findet sich auch immer ein Stück Unwahn. Es ist meistens grün oder blau oder rot, nur selten gelb. Obwohl der Wahn auch manchmal gelb sein kann. Der Wahn ist aber immer Geld. Eigentlich besteht der ganze Wahn immer nur aus Geld. Wahn glänzt wie blöd. Wahn macht süchtig. Wahn stinkt nicht. Nur die Brüder des Wahns steigen in die Nase, wo sie sich breit machen und fest. Die Brüder des Wahns tragen Bärte und sind leicht spreizbar. Die Mütter des Wahns haben kein Gesicht. Die Töchter des Wahns sind wie die Söhne des Wahns. Die Wahnverwandschaft ist sich ein Meer. Die Stummen sind allein. Wir fragen den Wind. Wir lassen uns tragen. Wir laufen über das Land. Wir fragen und stören und bleiben weg. Bleiben lieber weg. Wahnwitz. Wertepflug. Mein lieber Scholli.

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Leitern. Streben. Stromern. Sterben. Masken.
Haken. Sterben. Fahnenfluch.
Und nehmen was gefällt.
Und bleiben wo man kann.
Und stehen wie ein Stab im Gras dieser Welt.
Und fallen wie ein Brot.
Der Bäcker hat gerufen.
Es ist zur Sprache gekommen.
Es ist nicht bei der Sprache geblieben.
Es lässt sich nicht mehr aus der Welt schaffen.
Aussitzen.
Auslegen.
Ausschlafen.
Aus.

Dienstag, Oktober 21, 2014

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Primitivo, gut gewühlt

Das Licht. Da schalt ich mir die Pläne ein. Und dann das: Rosenkrieg. Ich will leise treten. Ich muss stolpern. Drüben wohnt die Wand. Hier stummeln die Kerzen. Lila Bruchstellen im Kopf. Der Gute-Laune-Bär lebt nicht mehr. Dort hängt er jetzt an der Wand. Bienen brummen nicht. Sie summen. Oder sammeln. Oder kriechen zu Kreuz, nein, das sind die anderen. Heute gibt es Kuchen. gestern gab es Kuchen. Wir haben alle gesammelt. Herausgekommen ist nichts. Alles bleibt wie es war. Alles ist wo es war. Wir sind keine Revolution. Wir sind eine Körperlotion. Der Körper der Heiligen Eintracht. Das Wesen der Sanften Präsenz. Stumm und stumpf und streng am Strang. Und natürlich korrekt gefaltet. Früher ist mir mehr eingefallen. Die Höhle unter den Füssen. Der Kopf über den Wolken. Das Haus hinter dem Schlüssel. Das ungute Gefühl. Falsch, sagt der Chemieprofessor, Geduld kann nicht brennen. Der hatte Ahnung. Und Schwefel in den Taschen.

Sonntag, Oktober 19, 2014

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Prolog: Dekathlon

Eine Straße im Nichts, ein Haus, ein Baum. Der Mann mit dem einen Arm tritt auf die Straße. Er hält seinen Kopf mit dem einen Hut aufrecht. Sein Gesicht mit dem einen Auge ist zur Hälfte schwarz bemalt. Der Mann mit dem einen Arm und dem Kopf mit dem einen Auge hebt seinen Arm. Dann lässt er ihn fallen. Der Mann ohne Arme senkt seinen Kopf und geht zurück in sein Haus. Die Straße ist still. Der Himmel ist rosa. Der Arm liegt ruhig. Ab und zu zuckt es in ihm. Die Vögel im Baum beobachten. Wären Sie nicht angebunden wären sie schon lange bei ihm und würden ein Mahl zu sich nehmen, ein armseliges. Der Baum hebt sich aus seinem Bett. Die Vögel steigen auf und ziehen ihn weiter in die Höhe. Der Baum gleitet weg von seinem bisherigen Platz, näher zum Haus. Im Fenster vom Haus wackelt eine Gardine. Dann ertönt ein gewaltiges Brummen und Summen. Das Haus wird angehoben, riesige Räder werden sichtbar. Das Haus bewegt sich, fort von dem Baum, fort von der Straße und dem Arm. Der Baum senkt sich wieder, die Vögel an den Leinen kehren zurück zu Ihren Stämmen. Das Haus bleibt stehen, es wird gesenkt. Die Tür geht auf. Der Mann mit jetzt wieder zwei Armen kommt heraus. Er hat wieder einen Hut auf, sein Gesicht ist jetzt zur Hälfte blau bemalt. Er winkt mit beiden Armen und Händen, die Vögel erschrecken, sie flattern aufgeregt in die Höhe, der Baum fällt um, und der Film ist aus.



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Dirty fishes at the funeral

Schlamm. Schlimm. Schlummer. Unten kehrt man wieder. Oben fliegt man wieder. In der Mitte setzt man sich, zurück auf die Bettkante. Verlogene Welt. Ganz schwindelig. Wer ruft nicht alles zurück. Wer kennt eine Antwort. Womit wurde eigentlich das Fahrzeug angetrieben? Die vielen Grenzüberschreitungen! Halt, stehenbleiben. Nicht so schnell. Bleiben Sie langsamer stehen, ich bin keine zwanzig mehr. Ich bin allein. Einsparung. Haben Sie etwas zu wollen? Hier ist keiner ohne Schaf. Wir haben alle ein Haustier. Die Schweiz hat Kühe. Wir haben Schafe. Die da hinten, die haben anders, aber lassen wir das. Es stinkt jedenfalls. Aber wir haben das Schaf und seine Wolle, und die passt prima in die Nase. Die Wolle, nicht das Schaf. Man riecht nichts mehr von den anderen. Man bleibt für sich. Es riecht nur etwas anders. Alles riecht nach Schaf, irgendwie. Hier, sehen sie. Na, die sind schon etwa länger drin. Das Schaf ist letzte Woche weggelaufen. Ich wollte nur nett sein zu ihm. Jedenfalls - was haben sie hier zu suchen? Verlaufen? Versehen? Verwundert? Ja, das passiert. Hier gibt es einige Wunder. Manche haben wir extra eingekauft, für die Touristen. Da hinten ist wieder eine, eine ganze Ladung Wunder. Wundertüte. Und weiter da hinten, der ganze Baum, wundervoll. Was tut man nicht alles. Einen schönen Tag noch. Und passen Sie auf, dass Sie nicht drauftreten, auf ein Wunder. Oder auf ein Schaf. Aber das merken Sie dann schon.

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Frisch vom Katapult, alte Schleuder

Sagen Sie jetzt nichts. Das sagt schon alles. Ich höre es, wenn jemand lügt. Die Wahrheit hat schöne Knie. Und wenn sie nicht gestorben ist, trägt sie gerne ein Kleid. Es tut mir leid um sie. Die Kernbotschaft lautet: ganz innen ist es ganz finster. Eine Welle an Erinnerung, ein Boot des Vergessens. Ein Ausschöpfen der wirklichen Momente. Mir wird ganz matt von dieser Trockenheit. Meine Zunge schwillt schon an. Jetzt einen Regenschirm, das hätte vielleicht geholfen. Am Eingang zur Unterwelt sitzt ein Hund mit großen Feueraugen. Wer mag kann sich ein wenig Kohle mitnehmen. Zum Zeichnen, zum Wärmen, oder nur zur Erinnerung. Das ist mir geblieben, denkt man, wenn man sich das Stück in den Rucksack steckt, zu den ganzen Kontoauszügen. Dann wird einem ganz schwer ums Herz. Verflogen. Mein Vogel ist mir aus dem Kopf entkommen. Nun ist da nur noch eine leere Kuppel. Und so ein Echo ist auf Dauer auch nicht schön. So ganz allein. Hallo, Echo. Stichwortgeber, mitten ins Herz. Ich denke, ich bin doch kein Abenteurer. Über kurz oder lang hauts mich doch nur hin. Elegant oder nicht. Mit Schwarmintelligenz komme ich allein nicht weiter. Die Brut braucht jemand der sie füttert. Nur Mut, Genossen. Geniessen wir die freien Tage. Unter der Scholle rumort es mächtig. Hans Dampf ist in allen Gassen. Wenn das mal gutgeht, mit solchen Schuhen. Ich glaube, das kann man so stehen lassen. Terra Cotta. Terra Nova. Laba Laba. Sendeschluss. Ich schiebe noch ein Viertelstündchen.


Betragen & Betrügen 2009

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